Die aktuelle Studie zur Lage der medizinischen Biotechnologie in Deutschland liegt jetzt vor. Sie wurde von The Boston Consulting Group für vfa bio erstellt. Als einziger erfasst dieser jährlich erscheinende Bericht alle Aktivitäten der medizinischen Biotechnologie in Deutschland – in Startups wie in Großunternehmen.




Film größer anzeigen

Das Video zum Download in großer Auflösung [flv; 35 MB]

Um das Video ansehen zu können, benötigen Sie den Adobe Flash Player. Die jeweils aktuelle Version erhalten Sie kostenfrei zum Download unter http://get.adobe.com/de/flashplayer/.

Im Jahr 2010 ist der Bedarf an Biopharmazeutika – also an gentechnisch hergestellten Medikamenten – in Deutschland weiter gewachsen. Die Bedeutung von Biopharmazeutika hat damit weiter zugenommen. Dazu haben 114 (2009: 112) kleine und mittelständische Biotech-Unternehmen, mittelständische und große Arzneimittelhersteller sowie deutsche Tochtergesellschaften internationaler Pharma- und Biotech-Firmen, die Produkte bereits vermarkten und/oder eine eigene innovative Produktpipeline besitzen, und 269 (2009: 268) Unternehmen mit Technologieplattformen (aber ohne eigene Wirkstoffentwicklung) beigetragen.

  • Die Zahl der Mitarbeiter in der medizinischen Biotechnologie verzeichnete ein leichtes Wachstum gegenüber 2009 (+2 % im Vergleich zum Vorjahr).


  • Der Umsatz mit Biopharmazeutika konnte 2010 im Vergleich zum Vorjahr um rund 8 % auf knapp € 4,9 Mrd. (bereinigt um den Zwangsrabatt) gesteigert werden. Der Gesamtpharmamarkt wuchs im gleichen Zeitraum um gut 3 %. Damit erhöhte sich der Anteil der Biopharmazeutika auf 17 % (2009: 16 %) des Gesamtpharmamarktes in Deutschland. Aufgrund des seit August 2009 geltenden Preismoratoriums ist die Zunahme der Umsätze mit Biopharmazeutika ausschließlich auf den erhöhten medizinischen Bedarf zurückzuführen.


  • Biopharmazeutika sind in bestimmten Therapiebereichen stark vertreten. So beträgt ihr Anteil am Umsatz in der Immunologie 74 %, im Bereich Stoffwechsel 35 %, in der Onkologie 32 % und in der Hämatologie 23 %.


  • Im Jahr 2010 waren 6 von 22 neu zugelassenen Arzneimitteln Biopharmazeutika (27 %).


  • 516 Biopharmazeutika befanden sich 2010 in der klinischen Entwicklung. Gegenüber 2009 ist die Pipeline um 12 % gewachsen. Entwicklungsschwerpunkte liegen insbesondere auf Krebspräparaten und Impfstoffen.



Im Mittelpunkt der diesjährigen Studie steht die Personalisierte Medizin. Bei diesem Therapiekonzept werden bestimmte Medikamente erst nach einem Vortest eingesetzt, durch den abgeschätzt werden kann, ob das Medikament dem Patienten wahrscheinlich helfen kann und keine problematischen Nebenwirkungen bereitet. Therapieabbrüche oder unwirksame Therapieversuche können dadurch vermieden werden. Der größte medizinische Nutzen der Personalisierten Medizin besteht also darin, dass ein Patient rasch das für ihn am besten geeignete Medikament erhält. Dies erhöht sowohl die Versorgungs- als auch die Lebensqualität. Darüber hinaus kann die Personalisierte Medizin die Kosteneffizienz im Gesundheitswesen durch eine effizientere Verwendung vorhandener Mittel und Ressourcen erhöhen und somit helfen, die Leistungsfähigkeit des Gesundheitssystems auf dem heutigen hohen Niveau zu erhalten. Um dies zu erreichen, müssen alle Akteure des Gesundheitswesens bestmögliche Rahmenbedingungen schaffen, um personalisierte Verordnungen auch außerhalb der schon heute bestehenden Nischen zu etablieren.





Den kompletten BCG-Report 2011 "Medizinische Biotechnologie in Deutschland 2011 - Biopharmazeutika: Wirtschaftsdaten und Nutzen der Personalisierten Medizin" finden Sie als pdf-Download hier.



Einen Mitschnitt der Pressekonferenz vom 5. Mai 2011, auf der die Ergebnisse des BCG-Reports vorgestellt und diskutiert wurden, erhalten Sie auf Anfrage bei Dr. Rolf Hömke: Tel. 030 - 20604-204