Der aktuelle Biotech-Report zur Lage der medizinischen Biotechnologie in Deutschland, der von The Boston Consulting Group für vfa bio erstellt wurde, liegt vor. Als einziger umfasst dieser jährlich erscheinende Bericht alle Aktivitäten der medizinischen Biotechnologie in Deutschland – in Startups wie in großen Firmen.



Die wichtigsten Wirtschaftsdaten der medizinischen Biotechnologie in Deutschland für 2015:

  • Der Umsatz mit Biopharmazeutika erhöhte sich 2015 gegenüber 2014 um 9,7 % und belief sich auf rund € 8,2 Milliarden. Der Anteil am Gesamtpharmamarkt (Apotheken- und Klinikmarkt) nahm von 22,0 % auf 22,9 % zu. Wachstum gab es in fast allen Anwendungs- gebieten, insbesondere bei Mitteln gegen immunologische (z. B. rheumatische) Erkrankungen und Krebs.



  • Die Zahl der – größtenteils hoch qualifizierten – Mitarbeiter in der medizinischen Biotechnologie erhöhte sich auf 40.252 (+6,7 %).

(© vfa bio / BCG)



  • 2015 war mit 50 zugelassenen neuen Arzneimitteln ein Rekordjahr; dies war die höchste Zahl seit über zehn Jahren. Darunter befanden sich 15 Biopharmazeutika (30 %) – so viele wie noch nie.

(© vfa bio / BCG)



  • Die Zahl der biopharmazeutischen Präparate in der klinischen Entwicklung hat sich binnen Jahresfrist von 604 auf 627 erhöht (+4 %), was die weiterhin hohen Investitionen in die biopharmazeutische Pipeline widerspiegelt. Dabei wuchs die Pipeline in der frühen Phase der klinischen Entwicklung besonders stark (+11 % in Phase I).



  • 2015 gab es in Deutschland 391 Unternehmen in der medizinischen Biotechnologie (2014: 389). 117 davon vermarkteten bereits Biopharmazeutika und/oder besaßen eine eigene innovative Produktpipeline, die übrigen 274 trugen durch ihre Technologieplattformen zur Medikamentenentwicklung bei, ohne selbst eigene Wirkstoffe zu entwickeln.



Allerdings weist Deutschland nach wie vor eine Reihe von Standortdefiziten gegenüber anderen Ländern auf. So ist der Standort für Wagniskapitalgeber aufgrund ungünstiger steuerlicher Rahmenbedingungen – z. B. der restriktiven Regelungen zum Verlustvortrag – international unattraktiv. Um das Wachstum von Biotech- Start-ups finanzieren zu können, sind mehr Gelder sowie eine größere Bandbreite an Kapitalgebern erforderlich. Beispiele aus anderen Ländern zeigen, wie sich die Finanzierungssituation verbessern ließe.

Im Mittelpunkt des diesjährigen Reports stehen Impfstoffe gegen Infektionskrankheiten, die durch Erreger wie Bakterien, Viren oder Parasiten hervorgerufen werden. Impfstoffe sind heutzutage genauso aktuell wie früher, wenn nicht aufgrund des modernen Lebensstils sogar noch wichtiger. So sind Impfstoffe neben Antibiotika und sauberem Wasser bzw. Hygiene einer der Grundpfeiler zur Bekämpfung von Infektionskrankheiten und bilden dadurch ein unverzichtbares Rückgrat für das Leben in der modernen, globalisierten Welt. Letztlich stellt Prävention durch Impfen eine vergleichsweise geringe Investition in Relation zu dem beträchtlichen Nutzen für jeden Einzelnen und für die Gesellschaft dar. Die Kosten für Impfungen in Deutschland sind seit vielen Jahren gering; sie beliefen sich 2015 auf rund € 1,4 Milliarden (< 1 % der Gesamtausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung). Ein Schutz vor 14 (bei Männern) bzw. 15 (bei Frauen) Infektionskrankheiten ist für lediglich € 20 bis 23 pro Versichertem und Jahr möglich. So viel Gesundheit für so wenig Geld gibt es sonst kaum.
(© vfa bio / BCG)



Um die Menschen optimal mit Impfstoffen zu versorgen, bedarf es synergistischer Anstrengungen auf zwei Ebenen gleichzeitig: Zum einen muss die Impfbereitschaft in der Bevölkerung erhöht werden, und zum anderen müssen die Rahmenbedingungen stimmen, damit Impfstoffhersteller weiterhin in Forschung und Entwicklung innovativer Impfstoffe investieren. Dies würde zu der erforderlichen Nachhaltigkeit führen, die durch Hersteller- und Produktvielfalt gewährleistet wird. Dadurch könnten Impfstoffe – darunter auch diejenigen, die heute noch im Entwicklungsstadium sind – ihren Beitrag zum Nutzen für den einzelnen Menschen, die Gesellschaft und den Standort Deutschland leisten.

(© vfa / BCG)



Den Biotech-Report 2016 von vfa bio und The Boston Consulting Group können Sie sich kostenlos als PDF-Datei herunterladen oder als Print-Broschüre bestellen.


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