Die größte deutsche Forschungsorganisation hat Anfang März 2017 angekündigt, zwei neue Helmholtz-Institute zu gründen, die sich in enger Kooperation mit Universitäten den Themen Onkologie und Stoffwechselerkrankungen widmen sollen. Namen haben die Institute auch schon: HI-TRON und HI-MAG.

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Zu den bisher neun Helmholtz-Instituten in Deutschland werden sich bald noch einige mehr gesellen. Bereits im Oktober 2016 verkündete die Helmholtz-Gemeinschaft die Gründung des Helmholtz-Instituts für RNA-basierte Infektionsforschung, genannt HIRI. Das HIRI wird vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig in Kooperation mit der Julius-Maximilians-Universität Würzburg aufgebaut, um Infektionskrankheiten zu erforschen und neue Therapieansätze zu entwickeln. Denn in jüngster Zeit wird immer deutlicher, dass bestimmte Arten RNA-basierter Kontrollmechanismen den Verlauf von Infektionserkrankungen entscheidend beeinflussen können. RNA-Moleküle sind deshalb ideale Kandidaten für eine individualisierte Therapie(1) .

Anfang März 2017 verkündete die Helmholtz-Gemeinschaft nun die Gründung von zwei weiteren Helmholtz-Instituten. Angesiedelt auf den Geländen der Universitäten, mit denen die Institute eng kooperieren, sollen diese sich den Forschungsfeldern Immunonkologie und Stoffwechsel zuwenden(2) .

Das Helmholtz-Institut für Translationale Onkologie – genannt HI-TRON – entsteht in einer Kooperation des Deutschen Krebsforschungszentrums, der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und der Translationalen Onkologie an der Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz gGmbH (TRON). Die Krebsforschung der letzten Jahre konnte einige Mechanismen aufdecken, mit denen sich Krebszellen vor dem körpereigenen Immunsystem schützen. Das HI-TRON in Mainz soll einen Beitrag dazu leisten, diese Mechanismen – auch im Hinblick auf künftige therapeutische Ansatzpunkte – weiter zu erforschen. Denn die Krebsimmuntherapie bzw. die Immunonkologie werden in Zukunft eine relevante Rolle bei der Behandlung von Tumoren spielen(3) .

In einer Kooperation zwischen der Universität Leipzig und dem Helmholtz-Zentrum München wird das HI-MAG genannte Helmholtz-Institut für Metabolismus-, Adipositas- und Gefäßforschung gegründet. Bei einer Adipositas liegen hormonelle und entzündliche Veränderungen vor, die zu einem erhöhten Risiko für Diabetes, Fettleber, Bluthochdruck, Schlaganfall, Gefäßerkrankungen und Krebs führen. Das HI-MAG soll helfen, zum einen die Biologie des Fettgewebes besser zu verstehen. Zum anderen liegen Schwerpunkte auf der interdisziplinären Stoffwechselforschung und der Erforschung von Gefäßerkrankungen in Folge von Übergewicht(4) .

Von Krebs-, Stoffwechsel- und Infektionskrankheiten sind viele Menschen in Deutschland betroffen. Folgerichtig sind dies auch prioritäre Forschungsgebiete in den Pipelines der Pharma- und Biotech-Unternehmen. Daher sind alle Ansätze, hier neue therapeutische Optionen zu erforschen, sehr willkommen. Eine starke universitäre und außeruniversitäre Forschungslandschaft in Deutschland ist ein bedeutender Standortfaktor, der dazu beiträgt, die Vernetzung von Wissenschaft und Industrie zu befördern, um aus neuen Erkenntnissen der Grundlagenforschung möglichst bald neue Therapiechancen für Patienten zu machen.

Literaturtipps:
(1) https://www.helmholtz.de/aktuell/presseinformationen/artikel/artikeldetail/neue_helmholtz_institute_in_wuerzburg_und_oldenburg/
(2) https://www.helmholtz.de/aktuell/presseinformationen/artikel/artikeldetail/neue_helmholtz_institute_fuer_die_gesundheitsforschung/
(3) http://www.uni-mainz.de/presse/aktuell/607_DEU_HTML.php
(4) http://www.zv.uni-leipzig.de/service/kommunikation/medienredaktion/nachrichten.html?ifab_modus=detail&ifab_uid=2bce32ed4020170314145425&ifab_id=6974