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Europäer haben positives Bild von der Biotechnologie

Biotechnische Produktion von Arzneimitteln (Foto: Boehringer Ingelheim)Die Mehrheit der Europäer, nämlich 52 Prozent, erwartet von der Biotechnologie eine Verbesserung der Lebensqualität - während dies der Raumfahrt nur 44 Prozent und der Nanotechnologie nur 40 Prozent zutrauen. Dies ist Ergebnis einer im Jahr 2005 durchgeführten Umfrage der Europäischen Kommission unter 25.000 repräsentativ ausgewählten Befragten in allen EU-Mitgliedsstaaten über deren Einstellung zur Biotechnologie.

Die Umfrage erbrachte allerdings recht große regionale Unterschiede: In Deutschland äußerten sich nur 33 Prozent der rund 1.000 Befragten optimistisch im Hinblick auf höhere Lebensqualität durch Biotechnologie - nach Griechenland und Österreich der niedrigste Wert.

Deutliche Unterschiede ergab die Befragung auch bei einzelnen Bereichen der Biotechnologie: Während 52 Prozent der Europäer die Pharmakogenetik (Deutschland: 46 Prozent) und 50 Prozent die Gentherapie (Deutschland: 49 Prozent) positiv bewerten, sind es im Fall der "grünen Gentechnik", also der Nahrungsmittelproduktion mittels gentechnisch veränderter Pflanzen, nur 27 Prozent (Deutschland: 21 Prozent). Biopharming, die Herstellung von Arzneimittelwirkstoffen in gentechnisch veränderten Pflanzen, wird hingegen von 62 Prozent der Europäer und 58 der Deutschen akzeptiert.

Die Stammzellforschung wird unter strengen Kontrollvorschriften von den Europäern mehrheitlich befürwortet. Dies gilt sowohl für Stammzellen aus der Nabelschnur (65 Prozent) als auch für embryonale Stammzellen (59 Prozent). Hier reicht die Zustimmungsquote von 73 Prozent beziehungsweise 72 Prozent bei Belgiern und Schweden bis zu lediglich 31 Prozent beziehungsweise 33 Prozent bei Slowenen und Esten. Deutschland liegt mit 54 Prozent im Mittelfeld, ebenso Großbritannien mit 62 Prozent.

Die Verwendung personenbezogener genetischer Daten für Forschungszwecke wird von 58 Prozent aller Befragten akzeptiert (Deutschland: 42 Prozent; Großbritannien: 46 Prozent). Die Akzeptanz von Gentests ist in Deutschland am geringsten.

Thema "Biotech": Europäer vertrauen Industrie-Forschern mehr als UmweltorganisationenDas Vertrauen in die Arbeit der Forscher in der Industrie ist in vielen Ländern - allerdings nicht in Deutschland - gestiegen und liegt bei 64 Prozent. Dieser Wert wird nur von jenem von Ärzten, akademischen Forschern und Verbraucherorganisationen übertroffen. Umweltorganisationen hingegen haben stark Vertrauen eingebüßt: Nur 50 Prozent der Befragten halten ihre Kampagnen gegen die Biotechnologie für vertrauenswürdig.

Die Befragung belegt auch, dass die Europäer nicht technikfeindlicher als die US-Amerikaner oder Kanadier sind. Im Vergleich zu den nordischen Ländern weist Deutschland allerdings wesentlich niedrigere Zustimmungswerte auf.

Die Umfrage "Europäer und Biotechnologie" wurde seit 1991 im Abstand von drei Jahren insgesamt sechsmal, nunmehr letztmalig, durchgeführt. Die Einstellung zur Biotechnologie hatte sich seit 1991 europaweit verschlechtert. Erst 1999 drehte sich der Trend um und die Zustimmung erreichte 1995 wieder das Niveau von 1991.

VFA Bio hat sich zum Ziel gesetzt, den Nutzen der Biotechnologie im Bereich Medizin zu verdeutlichen und dadurch die Akzeptanz dieser unverzichtbaren Technologie in Deutschland weiter zu verbessern.

Den vollständigen Bericht können Sie hier herunterladen:

Europeans and Biotechnology in 2005: "Patterns and Trends - Eurobarometer 64.3, A report to the European Commission’s Directorate-General for Research" (PDF/535 KB)

Stand: 27.06.2006