Drucken
öffnen / schließen
Wenn Sie diese Felder durch einen Klick aktivieren, werden Informationen an Facebook, Twitter oder Google in die USA übertragen und unter Umständen auch dort gespeichert. Näheres erfahren Sie hier: https://www.heise.de/ct/artikel/2-Klicks-fuer-mehr-Datenschutz-1333879.html

Hohe Entwicklungskosten für Biopharmazeutika

Die Erforschung und Entwicklung eines Arzneimittels mit einem neuen chemischen Wirkstoff dauert in der Regel 10 bis 12 Jahre und kostet durchschnittlich 800 Millionen US-Dollar. In diesem Betrag sind die zahlreichen Fehlschläge sowie die Kosten für Verzinsung und entgangenen Gewinn mit enthalten, da erst nach der langen Entwicklungszeit erste Umsätze getätigt werden können. Etwas mehr als die Hälfte der Ausgaben entfällt auf die klinische Entwicklung und dabei insbesondere auf die aufwändigen, multinationalen Phase-III-Studien.

Inzwischen hat das Tufts Center for the Study of Drug Development (Boston/USA), das Ende 2001 die Kosten von 800 Millionen US-Dollar ermittelt hatte, in einer weiteren Analyse gezeigt, dass die durchschnittlichen Kosten für die Entwicklung eines neuen biopharmazeutischen Arzneimittels mit 1,2 Milliarden US-Dollar sogar noch höher liegen (siehe Pressemitteilung vom 9. November 2006). Das Tufts Center hat dabei 17 Biopharmazeutika - darunter monoklonale Antikörper - untersucht, die im Zeitraum 1990 bis 2003 klinisch geprüft wurden. Gründe für die höheren Entwicklungskosten sind zum einen die höheren Kapitalkosten und zum anderen die längeren Entwicklungszeiten. Diese betragen im Durchschnitt 97,7 Monate für die klinische Forschung und Zulassung und liegen damit um ca. 8% über den 90,3 Monaten für ein chemisches Arzneimittel. Die Verteilung auf die einzelnen Erforschungs- und Entwicklungsphasen sieht wie folgt aus:

  • 615 Millionen US-Dollar für die präklinische Entwicklung
    • 626 Millionen US-Dollar für die klinische Entwicklung und Zulassung.
    Die Zulassungswahrscheinlichkeit für Biopharmazeutika beträgt 30% im Vergleich zu 21,5% für chemische Arzneimittel.

  • Diese hohen Investitionen in Forschung & Entwicklung während der vergangenen Jahre kommen den Patientinnen und Patienten in Deutschland zu Gute: So wurden 2006 zehn weitere neue gentechnisch hergestellte Biopharmazeutika zugelassen. Insgesamt sind in Deutschland bisher 123 Biotech-Medikamente mit 88 verschiedenen Wirkstoffen zugelassen. Eine fortlaufend aktualisierte Liste dieser Medikamente ist über www.vfa.de/gentech im Internet abrufbar.

    Stand: 21.12.2006