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Biopharmazeutika: Neue Therapiekonzepte in der Onkologie

Der aktuelle Biotech-Report zur Lage der medizinischen Biotechnologie in Deutschland, der von The Boston Consulting Group für vfa bio erstellt wurde, liegt vor. Als einziger umfasst dieser jährlich erscheinende Bericht alle Aktivitäten der medizinischen Biotechnologie in Deutschland – in Startups wie in großen Firmen. Neben den wirtschaftlichen Kennzahlen der medizinischen Biotechnologie in Deutschland für das Jahr 2016 steht die Onkologie im Mittelpunkt des diesjährigen Reports.

Ärztin in weißem Kittel betrachtet Röntgenbilder einzelner Körperdurchschnitte.

Die wichtigsten Wirtschaftsdaten der medizinischen Biotechnologie in Deutschland im Jahr 2016 auf einen Blick:

Im Mittelpunkt der diesjährigen Studie stehen neue biopharmazeutische Therapiekonzepte in der Onkologie.

Insgesamt wurden seit den 1980er Jahren 29 Biopharmazeutika – drei Viertel davon monoklonale Antikörper – mit einer Erstindikation zur Krebsbehandlung zugelassen. Diese sind aus der modernen Krebstherapie nicht mehr wegzudenken. Die Krebsbehandlung basiert heute auf folgenden fünf Säulen: Chirurgie (Stahl), Bestrahlung (Strahl), Chemotherapie, zielgerichtete Therapien und in jüngster Zeit auch immunonkologische Therapien. Die Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) für Onkologika im ambulanten Bereich lagen in den letzten fünf Jahren im Durchschnitt bei lediglich 11,5 % der gesamten Arzneimittelausgaben bzw. bei nur rund 2,2 % aller GKV-Ausgaben, und das, obwohl Krebs die zweithäufigste Todesursache in Deutschland ist.

Die forschenden Pharma- und Biotech-Firmen investieren weiterhin kontinuierlich und intensiv in die onkologische Forschung und verfolgen dabei auch gänzlich neue Ansätze. Dazu gehören bi- bzw. multispezifische Antikörper, glykomodifizierte Antikörper, Antikörper-Wirkstoff-Konjugate (ADCs), mRNA- und DNA-basierte Ansätze, onkolytische Viren und Zelltherapien. Zwar wird sich auch mit diesen neuen Ansätzen Krebs noch nicht endgültig besiegen lassen, aber sie dürften dazu beitragen, dass Patienten nach ihrer Krebsdiagnose länger leben. Somit entwickelt sich Krebs immer häufiger von einer tödlichen zu einer chronischen Erkrankung.

Um das große Potenzial der medizinischen Biotechnologie in Deutschland zu heben und den medizinischen Fortschritt sicherzustellen, braucht die Branche stabile und förderliche Rahmenbedingungen. Hierzu zählen ein innovationsoffenes und verlässliches Gesundheitssystem, ein weiterer Ausbau der Grundlagenforschung und die damit verbundene effektive Umsetzung von Ideen und Erkenntnissen in Produkte und Dienstleistungen, das Sicherstellen von Investitionen in Forschung, Entwicklung und Produktion am Standort Deutschland sowie ein Fokus auf Value-based Health Care.