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BioPharma: Die Sieger können loslegen

Professor Frieder Meyer-Krahmer, Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), hat im Rahmen von „BioPharma – Der Strategiewettbewerb für die Medizin der Zukunft“ am 30. September 2008 in Berlin drei Konsortien prämiert. Diese wurden aus neun - von ursprünglich 37 - nominierten Vorschlägen von einer Jury als beste ausgewählt und sollen nun mit insgesamt 100 Mio. Euro gefördert werden.

Vertreter der siegreichen Konsortien des BMBF-Wettbewerbs „BioPharma – Der Strategiewettbewerb für die Medizin der Zukunft“ am 30.09.08 in Berlin.

Gewonnen haben:

  • Max Planck Drug Discovery & Development Center, das kommerziell interessante, frühe therapeutische Forschungsprojekte aus Max-Planck-Instituten effizienter einer industriellen Verwertung zuführen soll. Beteiligte Konsortialpartner: Max-Planck-Gesellschaft, Max-Planck-Innovation GmbH, Lead Discovery Center, Merck Serono, Nycomed, Bayer Schering Pharma, AstraZeneca, Inventive Capital Advisor LLP.
  • Neue Wirkstoffe gegen neurologische Erkrankungen (Neu2) mit Fokus auf neuen Ansätzen zur Therapie der Multiplen Sklerose. Beteiligte Konsortialpartner: Universi-tätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Merck KGaA, Evotec AG, Bionamics GmbH, European Screening Port GmbH, Medigate GmbH - inkl. Clinical Trial Center North, Cedrus Therapeutics Inc., IP Bewertungs AG.
  • NeuroAllianz mit Fokus auf innovativen Ansätzen bei neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer und Parkinson. Beteiligte Konsortialpartner: Pharmazentrum Bonn der Rheinischen Friedrich-Wilhelms Universität Bonn, Universität Duisburg-Essen - Rheinische Kliniken Essen, Forschungszentrum Jülich, Fraunhofer Gesellschaft - Institut für Algorithmen und Wissenschaftliches Rechnen und Abteilung Bioinformatik St. Augustin, Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (in Gründung), Forschungszentrum caesar Bonn, Schwarz Pharma/UCB Gruppe, Siemens Healthcare, Protagen, Priaxon, Life&Brain GmbH, Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte.

BioPharma ist das Flaggschiff der mit insgesamt 800 Mio. Euro ausgestatteten Pharma-Initiative des BMBF; das Programm ist auf fünf Jahre angelegt und fördert unternehmerisch geführte Konsortien, die strategische Konzepte für eine effektive Gestaltung entlang der biopharmazeutischen Wertschöpfungskette entwickeln. Der BioPharma-Wettbewerb des BMBF fördert so eine enge Zusammenarbeit von großen Pharmaunternehmen, Biotech-Startups und öffentlichen Forschungseinrichtungen. Die drei Gewinner-Konsortien erhalten zunächst in einer ersten Runde jeweils 20 Millionen Euro. Nach drei Jahren erfolgt eine Zwischenevaluation als Grundlage für die Vergabe der restlichen 40 Millionen Euro.

Die prämierten Projekte belegen für VFA Bio die erstklassigen Kompetenzen und Ideen bei Deutschlands Arzneimittelforschern und sind sowohl Impulsgeber zur Stärkung des Pharmastandortes Deutschland als auch Zeichen, dass die deutsche Politik die Bedeutung der Hightech-Branche Pharma/Biotech erkannt hat.

Initiativen wie der BioPharma-Wettbewerb fallen in Deutschland auf fruchtbaren Boden. Dank einer beispiellosen Aufholjagd seit den 90er-Jahren ist die medizinische Biotechnologie mittlerweile die Domäne mehrerer Hundert in Deutschland forschender kleiner und großer Unternehmen geworden. Bei der Produktion von Biopharmazeutika ist Deutschland sogar Europameister und weltweite Nr. 2 nach den USA. Gerade die vielen jungen Unternehmen haben es aber schwer, die langen und risikoreichen Entwicklungszeiten durchzuhalten, die für neue Arzneimittel nötig sind, da sie in dieser Zeit nur Ausgaben und keine Einnahmen haben. Daher ist eine Kooperation dieser Firmen mit den großen Pharma- und Biotechfirmen - wie sie durch die Pharma-Initiative gefördert wird - sehr sinnvoll.

Die europäische Innovative Medicines Initiative (IMI) und die deutsche Pharma-Initiative ergänzen sich gut. Beide Initiativen fördern Projekte, die die Effizienz der Pharmaforschung verbessern, nicht aber konkrete einzelne neue Produktentwicklungen. Während sich die Förderung im Rahmen von IMI aber auf Europa verteilt, kommt die Pharma-Initiative konkret dem Standort Deutschland zugute.

Nun bleibt zu hoffen, dass die Pharma-Initiative dazu beiträgt, dass die deutsche Forschungs-, Wirtschafts- und Gesundheitspolitik zu einem abgestimmten Handeln im Hinblick auf den Arzneimittelbereich finden, statt sich wechselseitig zu konterkarieren. Dies ist die Voraussetzung dafür, dass der volkswirtschaftliche Ertrag der Pharma-Initiative auch tatsächlich dem Standort Deutschland insbesondere in Form von Investitionen und hochwertigen, zukunftssicheren Arbeitsplätzen zugute kommen wird.


Weitere Informationen zur Pharma-Initiative und Details zu den Siegerkonsortien finden Sie auf den Seiten des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.


"Eine Initiative mit Vorbildcharakter" - VFA-Pressemitteilung zum Thema