Der aktuelle Biotech-Report ist eine Jubiläumsausgabe: Die von The Boston Consulting Group (BCG) für vfa bio erarbeitete Reihe zur Lage der medizinischen Biotechnologie in Deutschland erscheint in diesem Jahr zum zehnten Mal. Dieser jährlich erscheinende Bericht ist der einzige, der alle Aktivitäten der medizinischen Biotechnologie in Deutschland erfasst – in Startups wie in großen Firmen.


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Die wichtigsten Wirtschaftsdaten der medizinischen Biotechnologie in Deutschland auf einen Blick:

Der Umsatz mit Biopharmazeutika erhöhte sich 2014 gegenüber 2013 real um 7 % und belief sich auf rund 7,5 Milliarden Euro. Der Anteil am Gesamtpharmamarkt (Apothekenmarkt und Klinikmarkt) stieg von 21,4 % auf 22,0 %.

Die Zahl der Mitarbeiter in der medizinischen Biotechnologie erhöhte sich in Deutschland leicht auf 37.715 (+3,7 %). Diese sind größtenteils hoch qualifiziert.

2014 war mit insgesamt 47 neu zugelassenen Arzneimitteln erneut ein starkes Jahr. Darunter sind wie im Vorjahr 14 Biopharmazeutika – knapp ein Drittel (30 %) aller Neuzulassungen.

Die Zahl der biopharmazeutischen Präparate in der klinischen Entwicklung hat sich binnen Jahresfrist von 587 auf 604 erhöht (+3 %), was die weiterhin hohen Investitionen in die biopharmazeutische Pipeline widerspiegelt.

2014 gab es in Deutschland 389 Unternehmen in der medizinischen Biotechnologie (2013: 387).

Im 10-Jahres-Vergleich wird die wachsende Bedeutung der Biopharmazeutika für Patienten und Standort besonders deutlich:

20052014
Zugelassene Biopharmazeutika155226
Biopharmazeutika in der Pipeline(1) 256604
mAbs(2) in der Pipeline79357
Umsatz mit Biopharmazeutika2,6 Mrd. €7,5 Mrd. €
Marktanteil von Biopharmazeutika12%22%
Marktanteil Biopharmazeutika Stoffwechsel23%(3) 38%
Marktanteil Biopharmazeutika Onkologie21%(4) 38%
Marktanteil Biopharmazeutika Immunologie19%(5) 73%
Beschäftigtenzahlen26.42037.715

(1) inkl. biotechnologisch und gentechnisch hergestellter Impfstoffe
(2) monoklonale Antikörper
(3) erstmalige Aufschlüsselung im Biotech-Report 2007 für Kalenderjahr 2006
(4) erstmalige Aufschlüsselung im Biotech-Report 2007 für Kalenderjahr 2006
(5) erstmalige Aufschlüsselung im Biotech-Report 2007 für Kalenderjahr 2006

Um das große Potenzial der medizinischen Biotechnologie in Deutschland zu heben und den medizinischen Fortschritt sicherzustellen, braucht die Branche stabile und innovationsfördernde Rahmenbedingungen. Nur so kann der kontinuierliche Kreislauf aus Wertschätzung und Honorierung biopharmazeutischer Innovationen, die ihrerseits wiederum zu Investitionen in Forschung, Entwicklung und Produktion führen, aufrecht erhalten werden – zum Nutzen für Patienten, für die Gesellschaft und für den Standort Deutschland.

Aus den Trends der vergangenen Jahre können die folgenden Thesen über Entwicklungen abgeleitet werden, welche die biopharmazeutische Industrie in den nächst en zehn Jahren prägen dürften:

  1. Die Unternehmen investieren kontinuierlich in die biopharmazeutische Pipeline: Anzahl der Entwicklungskandidaten in der Pipeline auf hohem Niveau, Anteil an Neuzulassungen bei 30 bis 40 %.
  2. Nutzen für immer mehr Patienten: Durch Neuzulassungen und Indikationserweiterungen werden zukünftig mehr Patienten mit Biopharmazeutika behandelt.
  3. Weiterhin hoher medizinischer Bedarf: Biopharmazeutika werden sich in weiteren Anwendungsgebieten etablieren.
  4. Renaissance der Impfstoffe: Die Bedeutung von Impfstoffen wird zunehmen, insbesondere auch durch die Einführung therapeutischer Impfstoffe.
  5. Personalisierte Medizin weiter im Trend: Der Anteil personalisierter/stratifizierter Biopharmazeutika wird stark zunehmen.
  6. Biopharmazeutischer Fortschritt durch neue Technologien: Neue Analysekonzepte und therapeutische Anwendungen werden die Behandlungsmöglichkeiten von Patienten weiter verbessern.
  7. Auf dem Weg vom Hersteller zum Partner im Gesundheitswesen: Zusätzlich zum Biopharmazeutikum wird die Mitwirkung bei der integrierten Gesundheitsversorgung entscheidend sein.


(© vfa bio)



Die vollständige Broschüre "Medizinische Biotechnologie in Deutschland 2005 - 2015 - 2025: Bedeutung für Patienten, Gesellschaft und Standort" erhalten Sie als kostenlosen PDF-Download hier.