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20. April 2006

Biotechnologisch hergestellte Produkte (Biopharmazeutika) sind einzigartig

 
Von Dr. Frank Mathias

Biopharmazeutika

Zellkulturen produzieren Wirkstoff in Fermentern (Foto: © Roche)
Biotechnologische Produkte (Biopharmazeutika) sind aufgrund ihres Ursprungs aus der lebenden Zelle und ihres hochkomplexen, langwierigen und kostenintensiven Produktionsprozesses ("The process is the product") so einzigartig wie der Mensch selbst. Da Biopharmazeutika äußerst empfindliche - in ihrer einzigartigen Wirkung jedoch unverzichtbare - Arzneistoffe enthalten, die sehr sensibel gegenüber chemischen (z. B. pH-Wert) und physikalischen (z. B. Temperatur) Einflüssen sind, stellt die Qualitätssicherung bei Herstellung, Transport und Anwendung höchste Anforderung an alle Beteiligten in dieser Wertschöpfungskette.

Vergleich

Chemisch hergestellte ArzneimittelBiotechnologisch hergestellte Arzneimittel
  • Durch chemische Synthese hergestellt
  • Ursprung aus spezifischer Zelllinie
  • Einfache, klar definierte Struktur
  • Hochkomplexe Proteine/Polypeptide
  • Relativ unkomplizierte Produktion aufgrund der Einfachheit von Produkt und Prozess
  • Sehr komplizierter und komplexer Herstellungsprozess, anfällig für kleinste Änderungen
  • Geringes Molekulargewicht
  • Sehr hohes Molekulargewicht
 
  • Neue Therapie-möglichkeiten für bisher nicht oder nur schwer behandelbare Erkrankungen
Nach Patentablauf:Generikum        = KopieNach Patentablauf:Biosimilar        = Kopie nicht möglich
Was sind Biosimilars?

Als Biosimilars bezeichnet man Biopharmazeutika von Nachahmern, die versuchen, innovative biotechnologisch hergestellte Original-Arzneimittel zu kopieren. Da biotechnologisch hergestellte Arzneimittel aus einzigartigen lebenden Zellen/Organismen gewonnen werden und einen hochkomplexen Produktionsprozess durchlaufen, können sie aber nicht kopiert werden. Biosimilars sind daher lediglich ähnlich - niemals identisch. Kleinste Veränderungen können das Wirkmolekül beeinflussen und somit die Wirksamkeit und Verträglichkeit nachhaltig verändern.

Die Zulassungsbehörden haben dies erkannt und tragen dem Rechnung, indem sie für Biosimilars vor der Zulassung vorliegende Sicherheitsdaten sowie eine konsequente Pharmakovigilanz fordern.


Dr. Frank Mathias, Geschäftsführer der Amgen GmbH mit Sitz in München, ist Vorstandsvorsitzender von VFA Bio.

Stand: 20.04.2006
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