Der aktuelle Biotech-Report zur Lage der medizinischen Biotechnologie in Deutschland, der von The Boston Consulting Group für vfa bio erstellt wurde, liegt vor. Als einziger umfasst dieser jährlich erscheinende Bericht alle Aktivitäten der medizinischen Biotechnologie in Deutschland – in Startups wie in Großunternehmen.


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Im Jahr 2013 wuchsen die Umsätze mit Biopharmazeutika – also mit gentechnisch hergestellten Medikamenten – in Deutschland auf nunmehr rund € 6,5 Mrd. Dies entspricht einer Steigerung um 8,5 % im Vergleich zum Vorjahr. Hauptursächlich hierfür war der gestiegene medizinische Bedarf bei Patienten mit schweren Erkrankungen; Preiserhöhungen gab es wegen des weiterhin geltenden Preismoratoriums nicht.

Die wichtigsten Wirtschaftsdaten der medizinischen Biotechnologie in Deutschland auf einen Blick:

  • Der Umsatz mit Biopharmazeutika erhöhte sich gegenüber 2012 um 8,5 % und belief sich auf rund € 6,5 Mrd. Der Anteil am Gesamtpharmamarkt (Apothekenmarkt und Klinikmarkt) stieg von 20,5 % auf 21,4 %. Wachstum gab es in fast allen Anwendungsgebieten, insbesondere bei Mitteln gegen immunologische (z. B. rheumatische) Erkrankungen und Krebs.
  • Die Zahl der Mitarbeiter in der medizinischen Biotechnologie erhöhte sich in Deutschland leicht auf rund 36.400 (+1,1 %). Diese sind größtenteils hoch qualifiziert.
  • 2013 war mit insgesamt 49 neu zugelassenen Arzneimitteln ein Rekordjahr. Darunter sind 14 Biopharmazeutika – knapp ein Drittel (29 %) aller Neuzulassungen.
  • Die Zahl der biopharmazeutischen Präparate in der klinischen Entwicklung hat sich binnen Jahresfrist von 578 auf 587 erhöht (+2 %), was die weiterhin hohen Investitionen in die biopharmazeutische Pipeline widerspiegelt. Jetzt scheint sich die Pipeline auf hohem Niveau zu stabilisieren.
  • 2013 gab es in Deutschland 386 Unternehmen in der medizinischen Biotechnologie (2012: 385). 115 (2012: 116) davon vermarkten bereits Biopharmazeutika und/oder besitzen eine eigene innovative Produktpipeline, die übrigen 271 (2012: 269) tragen durch ihre Technologieplattformen zur Medikamentenentwicklung bei, ohne selbst eigene Wirkstoffe zu entwickeln.


Im Mittelpunkt der diesjährigen Studie stehen Biopharmazeutika, die Menschen mit seltenen Erkrankungen helfen. Man schätzt die Zahl der seltenen Erkrankungen auf 6.000 bis 8.000, wobei eine Erkrankung in der EU als selten gilt, wenn davon nicht mehr als fünf Patienten unter 10.000 Personen betroffen sind. In Deutschland leiden ca. 4 Millionen Menschen an einer der vielen seltenen Erkrankungen. Bisher wurden in der EU 101 Orphan Drugs, also Medikamente zur Behandlung seltener Erkrankungen, zugelassen. Im vorliegenden Bericht werden mehrere biopharmazeutische Orphan Drugs vorgestellt, die eine große Bandbreite von seltenen Erkrankungen abdecken. Darüber hinaus werden den sich typischerweise um Orphan Drugs rankenden Mythen Fakten gegenübergestellt.

Um das große Potenzial der medizinischen Biotechnologie in Deutschland zu heben und den medizinischen Fortschritt sicherzustellen, braucht die Branche stabile und innovationsfördernde Rahmenbedingungen. Hierzu zählen die Einführung einer steuerlichen Forschungsförderung für den Standort Deutschland, eine Verbesserung der steuerlichen Rahmenbedingungen für kleine und mittlere Unternehmen und Wagniskapitalfirmen sowie mehr Planungssicherheit für Pharma-und Biotech-Firmen in Deutschland durch eine aufeinander abgestimmte Gesundheits-, Forschungs- und Wirtschaftspolitik. Die Berücksichtigung all dieser Aspekte wäre förderlich für den Erhalt sowie Ausbau der Innovationskraft der medizinischen Biotechnologie in Deutschland und würde die weitere Entwicklung von Orphan Drugs zum Nutzen von Menschen mit seltenen Erkrankungen, denen derzeit nur unzureichend geholfen werden kann, unterstützen.




Den kompletten vfa bio-Report 2014 "Medizinische Biotechnologie in Deutschland 2014 – Biopharmazeutika: Wirtschaftsdaten und Nutzen für Patienten mit seltenen Erkrankungen" finden Sie hier als PDF-Download oder als kostenlos bestellbare Broschüre.