Der aktuelle Biotech-Report zur Lage der medizinischen Biotechnologie in Deutschland, der von The Boston Consulting Group für vfa bio erstellt wurde, liegt vor. Als einziger umfasst dieser jährlich erscheinende Bericht alle Aktivitäten der medizinischen Biotechnologie in Deutschland – in Startups wie in Großunternehmen.


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Nach einer Stagnation im Vorjahr wuchsen die Umsätze mit Biopharmazeutika – also mit gentechnisch hergestellten Medikamenten – im Jahr 2012 in Deutschland um knapp 11 % auf rund 6 Milliarden Euro. Hauptursächlich hierfür waren Mehrverordnungen für Patienten mit schweren Erkrankungen, was auf einen steigenden medizinischen Bedarf schließen lässt. Preiserhöhungen gab es hingegen aufgrund des nach wie vor bestehenden Preismoratoriums nicht, so dass sie auch nicht zum Anstieg beitragen konnten.

Die wichtigsten Wirtschaftsdaten der medizinischen Biotechnologie in Deutschland auf einen Blick:

  • Der Umsatz mit Biopharmazeutika erhöhte sich gegenüber 2011 um knapp 11 % und belief sich auf rund 6 Milliarden Euro. Der Anteil am Gesamtpharmamarkt (Apothekenmarkt und Klinikmarkt) vergrößerte sich von 19 % auf 21 %. Wachstum gab es in fast allen Anwendungsgebieten, insbesondere bei Mitteln gegen immunologische (z. B. rheumatische) Erkrankungen und Krebs.
  • Die Zahl der Mitarbeiter in der medizinischen Biotechnologie erhöhte sich in Deutschland leicht auf knapp 36.000 (+0,9 %). Diese sind größtenteils hoch qualifiziert.
  • Im Jahr 2012 waren 5 von 28 neu zugelassenen Arzneimitteln Biopharmazeutika (18 %), darunter auch das erste Gentherapeutikum.
  • Die Zahl der biopharmazeutischen Präparate in der klinischen Entwicklung hat sich binnen Jahresfrist von 556 auf 578 erhöht (+4 %). Insgesamt hat sich die Zahl der Entwicklungskandidaten seit der ersten Ausgabe dieses Berichts im Jahr 2006 durch kontinuierliche Investitionen der Unternehmen in die biopharmazeutische Pipeline mehr als verdoppelt, wobei sich die Zuwachsrate in den letzten Jahren verlangsamt hat.
  • 2012 gab es in Deutschland 385 Unternehmen in der medizinischen Biotechnologie (2011: 386). 116 (2011: 118) davon vermarkten bereits Biopharmazeutika und/oder besitzen eine eigene innovative Produktpipeline, die übrigen 269 (2011: 268) tragen durch ihre Technologieplattformen zur Medikamentenentwicklung bei, ohne selbst eigene Wirkstoffe zu entwickeln.


Im Mittelpunkt der diesjährigen Studie steht der demografische Wandel. Biopharmazeutika können einen signifikanten Beitrag zu einem besseren, gesünderen und längeren Leben leisten, da sie bei rechtzeitigem Behandlungsbeginn das Fortschreiten einer Erkrankung verhindern oder verzögern und belastende Symptome lindern können. Dies ist zum Nutzen für die betroffenen Patienten und gleichzeitig auch von gesamtgesellschaftlicher Relevanz, da die Produktivität der Erwerbstätigen aufrechterhalten werden kann. Im vorliegenden Bericht werden mehrere Biopharmazeutika basierend auf einer exemplarischen Auswahl an Anwendungsgebieten vorgestellt, die eine große Bandbreite abdecken, wie Multiple Sklerose, Rheumatoide Arthritis, weitere Autoimmunerkrankungen, Krebs, Alzheimer, Beeinträchtigung des Sehvermögens, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Osteoporose und Infektionskrankheiten.

Um das große Potenzial der medizinischen Biotechnologie in Deutschland zu heben und den medizinischen Fortschritt sicherzustellen, braucht die Branche stabile und innovationsfördernde Rahmenbedingungen. Dabei darf der fragile Innovationskreislauf aus Wertschätzung, Honorierung und Investition in Forschung und Entwicklung nicht unterbrochen werden. Die nachhaltige Berücksichtigung dieser Aspekte würde dazu führen, dass Biopharmazeutika – gerade auch solche, die heute noch in der Entwicklung sind – einen wachsenden Beitrag zum Nutzen für Patienten und Gesellschaft im demografischen Wandel leisten können.




Den kompletten vfa bio-Report 2013 "Medizinische Biotechnologie in Deutschland 2013 Biopharmazeutika: Wirtschaftsdaten und Nutzen für Patienten im demografischen Wandel" finden Sie als PDF-Download oder als kostenlos bestellbare Broschüre hier.