Biopharmazeutika sind zur Vorbeugung und Behandlung einer ganzen Reihe von Krankheiten mittlerweile unverzichtbar geworden. Sie bieten neben einem hohen medizinischen Nutzen für die Patienten auch einen signifikanten gesamtgesellschaftlichen Nutzen. Dieser manifestiert sich in der Vermeidung bzw. Reduzierung anfallender Krankheitskosten sowie einem geringeren Produktivitätsausfall durch Erhalt der Arbeitsfähigkeit der Patienten.
- Biotechnologische Impfstoffe werden zur Prävention von Krankheiten (z. B. Gebärmutterhalskrebs, Infektionen durch Pneumokokken) verwendet.
- Rekombinante Enzyme ermöglichen die Behandlung von Patienten mit seltenen Krankheiten.
- Mit weiteren rekombinanten Proteinen lassen sich chronische/ schwere Krankheiten (z. B. Krebs, Multiple Sklerose, Rheumatoide Arthritis) behandeln.
Biopharmazeutika werden in Deutschland aber trotz ihres medizinischen und volkswirtschaftlichen Nutzens noch nicht immer optimal eingesetzt. Bei vielen chronischen Krankheiten fehlen die Rahmenbedingungen für die Diagnose, außerdem fürchten Ärzte häufig Regressforderungen der Krankenkassen und scheuen den hohen Dokumentationsaufwand beim Einsatz innovativer Therapien. Dies sind Gründe dafür, dass immer noch eine hohe Zahl von Patienten nicht mit Biopharmazeutika behandelt wird und damit nicht die bestmögliche Therapie erhält. Daher sind bessere Regelungen zur Entwicklung und zum Einsatz von Biopharmazeutika in Deutschland erforderlich:
- Weitere Beschleunigung der Arzneimittelentwicklung
- Förderprogramme für die Erforschung von heute noch nicht heilbaren, seltenen Krankheiten
- Beseitigung der Überregulierung bei der Verordnung von innovativen Medikamenten
- Weiterbildung von Ärzten und anderen Experten im Gesundheitswesen in Bezug auf innovative Therapien
- Klar definierte Behandlungspfade
- Kosten-Nutzen-Bewertungen nach internationalen Standards
- "Compassionate-Use"-Programme für den Zugang insbesondere zu Orphan Drugs
Zu den mit Biopharmazeutika erzielten Fortschritten und Möglichkeiten haben sowohl kleine, mittelgroße und große Biotech-Firmen als auch große, international biotechnologisch tätige Arzneimittelhersteller beigetragen. In Deutschland sind derzeit 85 Biotech-Unternehmen und Pharmafirmen mit Biotech-Schwerpunkt tätig, die mit Produkten am Markt sind und/oder eine eigene, innovative Produktpipeline besitzen. Drei Zahlen verdeutlichen exemplarisch, dass Biopharmazeutika weiter an wirtschaftlicher Bedeutung gewinnen:
- Der Umsatz mit Biopharmazeutika in Deutschland konnte 2006 im Vergleich zum Vorjahr um 12 % gesteigert werden; mit 3,1 Mrd. umfasste er 12 % des gesamten Pharmamarktes in Deutschland.
- 31 % aller 2006 zugelassenen Medikamente mit neuen Wirkstoffen in Deutschland sind Biopharmazeutika.
- Derzeit befinden sich über 300 Biopharmazeutika in der klinischen Prüfung. Krebspräparate bilden dabei den Schwerpunkt.
Download der Studie unter:
http:www.vfa.de/bcg2007