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Die medizinische Biotechnologie hat bereits in der Vergangenheit Qualitätssprünge in der Therapie schwerer Krankheiten ermöglicht und bietet vielversprechende neue Therapiechancen sowohl für die großen Volkskrankheiten wie Diabetes, Krebs und Rheuma als auch für seltene Erkrankungen wie z. B. Morbus Fabry oder Morbus Gaucher. Zu diesen Fortschritten haben sowohl die aufstrebenden Unternehmen als auch die etablierten biopharmazeutisch tätigen Arzneimittelhersteller beigetragen.
Diese medizinischen Fortschritte schlagen sich nieder in der ökonomischen Bedeutung der medizinischen Biotechnologie: Neben 20 bereits etablierten Unternehmen, die in diesem Bereich in Deutschland aktiv sind, haben sich hierzulande über 60 aufstrebende Unternehmen mit einer eigenen, innovativen Produktpipeline entwickelt.
- Während mit bereits verfügbaren Biopharmazeutika bedeutende Umsätze im Bereich Stoffwechselerkrankungen (vor allem bei Diabetes) erzielt werden, bildet die Onkologie in den Pipelines der Firmen einen neuen Schwerpunkt.
- Die etablierten und aufstrebenden Unternehmen generieren mehr als drei Viertel des Gesamtumsatzes mit Biopharmazeutika in Deutschland (durch Produktverkauf, Lizenzierung u. a.) und stellen über 70 Prozent der Arbeitsplätze in der medizinischen Biotechnologie. Die übrigen Arbeitsplätze sind vor allem bei Dienstleistern angesiedelt.
Der Wirtschaftsstandort Deutschland profitiert bereits heute von der Entwicklung der medizinischen Biotechnologie.
- Im Jahr 2005 gaben die etablierten und die aufstrebenden Biotechnologie-Unternehmen in der pharmazeutischen Industrie mehr als 950 Millionen Euro für Forschung und Entwicklung aus.
- Weltweit ist Deutschland der zweitgrößte Produktionsstandort für Biopharmazeutika. Vor allem die etablierten Unternehmen investierten dafür vor Ort allein im Jahr 2005 rund 800 Millionen Euro für Produktionskapazitäten.
Die Biotech-Unternehmen sehen bei einigen Erfolgsfaktoren noch Verbesserungsbedarf. Um die Chancen der medizinischen Biotechnologie für den Standort Deutschland zu nutzen und sicherzustellen, werden folgende sieben Handlungsansätze vorgeschlagen:
- Ausbau staatlicher Anreizsysteme mit länderübergreifender Schwerpunktbildung
- Anhebung öffentlicher Forschungsmittel auf internationales Niveau
- Weitere Verbesserung des Wissenstransfers zwischen Wissenszentren und Industrie
- Wettbewerb innerhalb und zwischen den Wissenszentren
- Optimierung von Genehmigungsverfahren und weiterer Abbau bürokratischer Hürden
- Schaffung größerer Spielräume zur Preisbildung am Markt
- Verbesserung der Rahmenbedingungen für Venture Capital
Download: BCG-Studie "Medizinische Biotechnologie in Deutschland 2006 - Wirtschaftliche Bedeutung und Erfolgsfaktoren" [PDF, 5,7 MB]
Stand: 22.11.2006